Chronik

Anfang des Jahres 1895 regten einige Anwohner Grafenbergs an eine 2. Kompanie im Grafenberger Schützenverein zu gründen.
Die Gründungsversammlung fand am 06.05.1895 in der alten Gaststätte des Herrn Otto Marx, Ludenberger Straße 32, statt. In dieser Versammlung meldeten sich 28 Herren als Mitglieder an, und so entstand die 2. Schützenkompanie, die heutigen Jäger. Als Versammlungsleiter fungierte Herr Wilh. Breuer, der auch bei der folgenden Wahl als Hauptmann gewählt wurde und im Laufe der Jahre oftmals diesen Posten bekleidete. Als 1. Schriftführer fungierte Kamerad Johann Lax. Als Hauptleute standen der Kompanie vor: die Kameraden Wilh. Breuer von 1895 bis 1899, der 1899 zum Chef des Vereins gewählt wurde, von 1899 bis 1901 Kamerad Franz Breuer und von 1901 bis 1903 Kamerad Jakob Breuer.
Ab diesem Zeitpunkt (Oktober 1903) sind keine schriftlichen Unterlagen mehr vorhanden, und es scheint hier die Vereinstätigkeit allgemein zum Ruhen gekommen zu sein.
Im Dezember 1896 wurde bei der Firma Wunderwald eine Fahne bestellt und im März 1897 geliefert. Die Fahnenweihe fand Pfingsten im Lokal Stein statt: Es darf ruhig gesagt werden, dass es eine der schönsten Fahnen innerhalb des Vereins war und auch heute noch ist. Im Jahre 1899 wurde ein Tambourcorps gegründet und der Kompanie eingegliedert. Viele Veranstaltungen fanden in diesem Zeitabschnitt statt.

Der zweite Zeitabschnitt beginnt mit dem Jahre 1925, wo das Wiederaufleben des Vereins sowie auch der Jägerkompanie erfolgte.
Die 1. Versammlung fand am 29.11.1925 wieder im Lokal Marx, aber jetzt Ludenberger Straße 37, statt, im heutigen Haus Marx. Unter dem Vorsitz des Kameraden Johann Schlebusch waren gleich 25 Mitglieder anwesend und die Kompanietätigkeit lief wieder auf vollen Touren. Die „Alten“ waren zum größten Teil wieder dabei.
In dieser Versammlung wurde gleich die Vorstandswahl vorgenommen und Kamerad Johann Schlebusch als Vorsitzender, der die geschäftlichen Angelegenheiten erledigte, und Kamerad Jakob Breuer als Hauptmann, gewählt. Er war zudem Vereinskönig von 1896 und damit letzter noch lebender König von vor 1900. Kamerad J. Schlebusch führte den Vorsitz lange Jahre aus. Im Februar des darauffolgenden Jahres wurde ein Lokalwechsel vorgenommen, und zwar von Marx nach Wedig.
Im Juli 1926 wurde dann auch wieder ein Tambourcorps auf die Beine gestellt, als Batallionsführer fungierte Kamerad Adolf Schultze. 1928 hielt das Korps mit großem Erfolg einen Tambourwettstreit ab und nahm selbst mit Erfolg an mehreren Wettstreiten teil. Noch nicht ein Jahr war vergangen und schon war die Kompanie uninformiert. Im Dezember 1926 übernahm die Hauptmannswürde der mittlerweile zum Ehrenoberst ernannte Kamerad Wilh. Breuer, der bis zu seinem tragischen Tode im letzten Weltkrieg durch Artilleriebeschuß die Kompanie als Hauptmann führte. Viele schöne Veranstaltungen – auch außerhalb der Schützenfeste – hielt die Kompanie ab, bis der letzte Weltkrieg wieder dem Vereinsleben Einhalt gebot. Die Kompanien des Vereins setzten sich allmählich alle (bis auf die Jägerkompanie) in den Ruhestand. Unentwegt hielten Versammlungen und Zusammenkünfte die Jäger den ganzen Krieg hindurch zusammen.

Im Jahre 1948 (3. Etappe) waren es die Jäger, die zur 3. Etappe im Grafenberger Schützenwesen die Initiative ergriffen und ein abermaliges Wiederaufleben des Vereins zustande brachten. Nach dem Tod des Kameraden Wilhelm Breuer übernahm Kamerad Jean Joyeux die Hauptmannsstelle, die er nach der Wahl als Chef des Vereins noch bis zum Jahre 1949 inne hatte.
In der Folgezeit führten wie folgt diesen Posten aus:
Josef Bernard sen. – von 1949 bis 1951 und von 1952 bis 1959, 11 Jahre
Emil Joyeux – von 1951 bis 1952, 2 Jahre
Josef Bernard jun. – von 1959 bis 1961, 2 Jahre
Heinz Frey – von 1961 bis 1968 und von 1969 bis 1973, 11 Jahre
Theo Krahe – von 1968 bis 1969, 2 Jahre
Bernhard Frey – von 1973 bis 1990, 18 Jahre
Helmut Dehisselles – von 1990 bis 2004, 14 Jahre
Elmar Pfister – 2004 bis Aug.2005, 2 Jahre
Rolf Moritz – 2005 bis 2016,seit 2016 Ehrenmitglied, 11 Jahre
Kevin Merkel – seit August 2016

Wie aus den alten Protokollbüchern ersichtlich, war von Februar 1926 an das Vereinslokal, die Gaststätte Georg Wedig, auch Löwenburg genannt. Dann hieß es Haus Schlebusch, aber heute wieder Löwenburg. In der Zeit vom 09.09.1951 bis 06.01.1952 war das Vereinslokal „Haus Marx“. Leider mussten wir aus räumlichen Gründen im Jahre 1991 einen Wechsel des Vereinslokales vornehmen und die Gaststätte „Pferdetränke“ als unser Vereinslokal nutzen. Seit 2015 ist dies die Gaststätte TV Grafenberg.
Im Jahre 1973 beschloß die Gesellschaft Jäger, eine der heutigen Zeit angepaßte neue Uniform anzuschaffen. Zum Schützenfest 1974 marschierte dann die Kompanie erstmals in den neuen Uniformen und die Uniform kam sehr gut an. Bei der Parade im Festzug erfolgte seitens der Ehrengäste und der zahlreichen Grafenberger Bevölkerung ein anhaltender Beifall. Die aus dem Jahre 1897 stammende Fahne durfte nicht mehr den Witterungen ausgesetzt werden und deshalb beschloss man, eine neue Fahne zu bestellen. In der Monatsversammlung am 06.06.1983 wurde diese an die Gesellschaft übergeben und auf dem Schützenfest 1983 fand die Fahnenweihe in der Pfarrkirche St. Ursula statt.
Nun zum Schießsport: Um diesen zu fördern, wurde der langersehnte Wunsch eines „eigenen Schießstandes“ in Eigenleistung von den Kameraden in Angriff genommen. Am 07.02.1987 fand die offizielle Einweihung des Schießstandes statt. Dem Kameraden und Hauseigentümer Hans Schlebusch gebührt unser besonderer Dank, da er die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.
Auch in diesem 3. Zeitabschnitt wurden viele schöne Feste abgehalten. Es waren unvergeßlich schöne Stunden und oft sagt man: „Ach, weißt Du noch, als wir die Tour zur Mosel gemacht haben? Wie hieß der Ort noch?“. Dieses alles aufzuführen ist leider wegen Raummangels nicht möglich. Noch zu berichten ist, dass die Jäger im Laufe der drei Abschnitte 19mal den Vereinskönig stellten. Und heute, am Tage unseres 122. Gründungsjahres, blicken wir in Dankbarkeit zurück auf die Männer, die unsere „Gesellschaft Jäger“ gründeten und durch die Geschicke der Zeit führten.

Wir schauen mit Zuversicht in die Zukunft mit dem besten Willen, altes ererbtes Brauchtum, den zeitlichen Gegebenheiten angepasst, zu heben und zu pflegen. Ab 01.01.2017 haben wir uns dem Schützenverein Derendorf angeschlossen.